DEUTSCHE SCHULE BUKAREST  

Deutsche Pädagogik • Verantwortung • Menschlichkeit

 

Versetzungsordnung

 

Anwendungsbereich

Diese nach nach den Regelungen der »Musterordnung für die Versetzung in der Sekundarstufe I an deutschen Auslandsschulen«, vom Bund–Länder–Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (verabschiedet am 10.12.2003) erstellte Versetzungsordnung gilt für Grundschule, die Orientierungsstufe und die Sekundarstufe I der Deutschen Schule Bukarest (im Folgenden DSBU genannt).

1.1 Grundschule
Die Grundschule umfasst die Klassenstufen 1 bis 4.

1.2 Orientierungsstufe
Die Klassenstufe 5, die Eingangsstufe der Sekundarstufe I, ist als Orientierungsstufe organisiert. Sie endet mit einer Versetzungskonferenz.

1.3 Sekundarstufe I
Die Sekundarstufe I umfasst die Klassenstufen 5 bis 10. Der Klassenstufe 10 kommt eine doppelte Funktion in unterschiedlicher Ausrichtung zu: Sie ist die letzte Jahrgangsstufe der Sekundarstufe I, gleichzeitig aber auch die Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe.


Allgemeine Grundsätze

2.1 Versetzung als pädagogische Maßnahme
Die Versetzung bzw. Nichtversetzung eines Schülers ist eine pädagogische Maßnahme. Sie dient dazu, die persönliche Lernentwicklung und den schulischenBildungsgang des einzelnen Schülers mit den Leistungsanforderungen an seine Jahrgangsstufe gemäß Lehrplan in Übereinstimmung zu halten. Die Versetzungsentscheidung soll die Grundlage für Lernfortschritte in der nächst höheren Jahrgangsstufe sichern, und zwar sowohl für den einzelnen Schüler als auch für die ganze Klasse. Eine Versetzung »auf Probe« widerspricht diesem Grundsatz. Eine Einstufung »auf Probe« kann in besonderen Ausnahmefällen für drei Monate vorgenommen werden. Nach Ablauf dieser Frist entscheidet die Klassenkonferenz über die endgültige Einstufung.

2.2 Versetzungsentscheidung
Die Versetzungsentscheidung wird aufgrund der im zweiten Schulhalbjahr erbrachten Leistungen des Schülers unter angemessener Berücksichtigung der Leistungsentwicklung während des gesamten Schuljahres getroffen. In die Versetzungsentscheidung werden die Noten aller Pflichtunterrichtsfächer sowie die allgemeine Entwicklung der Schülerpersönlichkeit mit einbezogen. Für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Schülers sind grundsätzlich alle Fächer von Bedeutung, auch jene, die auslaufen oder im nächsten Schuljahr nicht mehr Pflichtfach sind. Epochal unterrichtete Fächer sind versetzungsrelevant und werden auf dem Zeugnis als epochal unterrichtete Fächer gekennzeichnet (z.B. »Musik befriedigend, 1. Halbjahr«).

Die Jahreszeugnisse tragen folgenden Vermerk:
„Laut Konferenzbeschluss vom ______ (nicht) versetzt in die nächsthöhere Jahrgangsstufe.“


Verfahrensgrundsätze

3.1 Versetzungskonferenz
Die Klassenkonferenz als Versetzungskonferenz entscheidet am Ende des Schuljahres unter Vorsitz des Schulleiters oder eines von ihm beauftragten Vertreters über die Versetzung der einzelnen Schüler.

3.2 Notenbildung
Die Fachlehrer setzen die jeweilige Fachnote rechtzeitig vor der Konferenz fest. Die Note ist das Ergebnis einer fachlich–pädagogischen, wertenden Gesamtbeurteilung und wird nicht schematisch errechnet. Insbesondere darf sie sich nicht nur auf die Ergebnisse von schriftlichen Klassenarbeiten stützen, sondern muss die Leistungen aus dem laufenden Unterricht und die Qualität der mündlichen Beiträge sowie der übrigen Lernerfolgskontrollen in einem angemessenen Verhältnis berücksichtigen.

3.3 Abstimmung
Stimmberechtigt sind alle Lehrkräfte, die den jeweiligen Schüler unterrichtet haben. Bei Abstimmungen entscheidet die einfache Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Schulleiter (bzw. sein Vertreter); Enthaltungen sind nicht möglich.

3.4 Protokoll
Die Ergebnisse der Zeugnis– und Versetzungskonferenzen sind zu protokollieren. Eine Versetzung mit Ausgleich muss ebenfalls im Protokoll vermerkt werden. Die Entscheidung über eine Nichtversetzung bedarf der besonderen Begründung in der Niederschrift der Versetzungskonferenz.

3.5 Begründung von Notensprüngen
Notensprünge um mehr als eine Stufe sind durch den Fachlehrer zu begründen. Die Begründung wird im Protokoll der Versetzungskonferenz festgehalten.

3.6 Elterninformation bei Gefährdung der Versetzung
Eine Gefährdung der Versetzung wird den Erziehungsberechtigten rechtzeitig, spätestens 10 Wochen vor Schuljahresende, mit Angabe der Fächer, in denen die 5 Noten zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichend sind, schriftlich mitgeteilt. Wenn die Mitteilung nicht erfolgt ist, kann daraus kein Recht auf Versetzung hergeleitet werden.
Während der letzten vier Wochen vor der Versetzungskonferenz dürfen keine Auskünfte über den Leistungsstand des Schülers erteilt werden. Über begründete Ausnahmen entscheidet der Schulleiter.


Schullaufbahnentscheidungen

4.1 Jahrgangsstufen 4 und 5
In der Jahrgangsstufe 4 (Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I) und in der Jahrgangsstufe 5 (Orientierungsstufe) ist ein besonders enger Kontakt mit den Eltern der Schüler nötig, um rechtzeitige Information bzw. Beratung über Entwicklung, Leistungsstand und Schullaufbahn sicher zu stellen.

Schullaufbahnempfehlung und –wechsel

4.2 Am Ende der Jahrgangsstufe 5 gibt die Klassenkonferenz eine individuelle Schullaufbahnempfehlung (Übergang in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium).
Die Eltern werden im Jahreszeugnis über die individuelle Schullaufbahnempfehlung informiert durch den Vermerk:

„Laut Konferenzbeschluss vom ______ wird folgende Schullaufbahn empfohlen: ______ (Gymnasium, Realschule, Hauptschule)“

Dafür dienen die folgenden Kriterien als Grundlage: 

a) die Leistungen und auch die Leistungsentwicklung, insbesondere in den Kernfächern mit höherem Stundenanteil. Eine Schullaufbahnempfehlung für das Gymnasium können Schüler erhalten, deren Notendurchschnitt, gebildet aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Rumänisch und Englisch = 3,5 und besser ist. Eine Schullaufbahnempfehlung für die Realschule können Schüler erhalten, deren Notendurchschnitt, gebildet aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Rumänisch und Englisch = 4,0 und besser ist.
b) Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und Abstraktionsfähigkeit,
c) die Ausdauer und die Anstrengungsbereitschaft im Unterricht und bei der häuslichen Arbeit,
d) die Interessenlage und das Engagement auf dem Gebiet praktischer Fertigkeiten im Unterricht und ggf. bei extracurricularen Aktivitäten.

4.3 Stimmen Empfehlung der Klassenkonferenz und Schullaufbahnwunsch der Eltern nicht überein, gilt zunächst die Entscheidung der Eltern. Bei einem für die Hauptschule empfohlenen Schüler kommt nur der Status als Realschüler in Frage. Die Entscheidung über die endgültige Einstufung trifft die Klassenkonferenz aufgrund der Bewährung gemäß den genannten Kriterien nach einem halben Jahr.

4.4 Entsprechend dem Prinzip der größtmöglichen Durchlässigkeit nach der Orientierungsstufe können Schullaufbahnwechsel von der Klassenkonferenz bis zum Ende der Jahrgangsstufe 8 vorgeschlagen werden, und zwar in der Regel jeweils am Ende eines Schuljahres.


Grundsätze für die Versetzungsentscheidung

5.1 Ausreichende oder bessere Leistungen in allen Fächern führen zur Versetzung.

5.2 Ein Schüler wird außerdem versetzt, wenn die Leistungen

a) in nicht mehr als einem der Fächer Deutsch, Mathematik, 1. Fremdsprache, 2. Fremdsprache mangelhaft sind und die mangelhafte Leistung durch eine mindestens befriedigende Leistung in einem anderen Fach dieser Fächergruppe ausgeglichen wird oder
b) in nicht mehr als einem der übrigen Fächer nicht ausreichend sind oder
c) zwar in einem der Fächer Deutsch, Mathematik, 1. und 2. Fremdsprache und einem der übrigen Fächer mangelhaft sind, das Zeugnis aber insgesamt drei mindestens befriedigende Noten aufweist, davon eine in den Fächern Deutsch, Mathematik, 1. und 2. Fremdsprache. Dabei kann von den musisch–künstlerischen Fächern und Sport nur eine mindestens befriedigende Note für den Ausgleich herangezogen werden.
d) zwar in zwei der übrigen Fächer mangelhaft sind, aber diese mangelhaften Leistungen durch mindestens drei befriedigende Leistungen ausgeglichen werden, dabei höchstens eine in den musisch-künstlerischen Fächern und Sport.

5.3 Die Note »ungenügend« in einem der übrigen Fächer bedarf des Ausgleichs durch mindestens drei befriedigende Noten, davon eine in den Fächern Deutsch, Mathematik, 1. und 2. Fremdsprache. Dabei kann von den musisch–künstlerischen Fächern und Sport nur eine mindestens befriedigende Note für den Ausgleich herangezogen werden.

5.4 Die Note »ungenügend« in einem der Fächer Deutsch, Mathematik, 1. Fremdsprache, 2. Fremdsprache schließt eine Versetzung aus. Ein Ausgleich ist nicht möglich.

5.5 Eine Versetzung ist ferner ausgeschlossen, wenn die Leistungen in mehr als zwei Fächern mangelhaft bzw. in einem Fach mangelhaft, in einem anderen Fach ungenügend bzw. in zwei oder mehr Fächern ungenügend sind.

5.6 Bei der Umstufung eines Schülers in eine andere Schulform gelten die Regelungen der jeweiligen Schulform.

5.7 In besonderen Ausnahmefällen kann ein Schüler auch dann versetzt werden, wenn die Versetzungsanforderungen aus Gründen, die der Schüler nicht zu vertreten hat, 7 nicht erfüllt werden konnten, jedoch erwartet werden kann, dass auf Grund der Leistungsfähigkeit und der Gesamtentwicklung des Schülers in der nachfolgenden Klasse eine erfolgreiche Mitarbeit möglich ist. Für die Versetzungsentscheidung bedarf es der Einstimmigkeit. Eine ausführliche Begründung ist im Protokoll aufzunehmen. Eine Versetzung gemäß Satz 1 ist ausgeschlossen, wenn damit die Vergabe eines Abschlusses oder einer Berechtigung verbunden ist.

 

Besondere Regelungen für die Grundschule

a) Von Klasse 1 nach Klasse 2 steigt ein Schüler in der Regel ohne Versetzungsentscheidung auf.
b) Ausreichende oder bessere Leistungen in allen Fächern bzw. im Fächerverbund MeNuK führen zur Versetzung
c) Ein Schüler wird außerdem in die Klasse 3, 4 oder 5 versetzt, wenn seine Leistungen in zwei der drei Fächer Deutsch, Mathematik sowie MeNuK mindestens mit der Note »ausreichend« und die Leistungen im dritten Fach nicht mit der Note »ungenügend« bewertet wurden.


Nicht beurteilbare Leistungen in einzelnen Fächern

7.1 Kann die Leistung in einem Fach aus Gründen, die der Schüler zu vertreten hat, nicht beurteilt werden, so wird sie als »ungenügend« gewertet.

7.2 Sind die Gründe des Fehlens von Leistungsnachweisen in einem Fach nicht vom Schüler zu vertreten, wird das Fach nicht benotet und bleibt für die Versetzungsentscheidung außer Betracht. Die allgemeinen Grundsätze gemäß Ziffer 2.1 sind zu beachten.


Wiederholung von Jahrgangsstufen

Für die Wiederholung von Jahrgangsstufen gelten folgende Grundsätze:

8.1 Eine Jahrgangsstufe darf in der Regel nur einmal wiederholt werden. Die Jahrgangsstufe, die der wiederholten folgt, darf in derselben Schulform in der Regel nicht ebenfalls wiederholt werden; bei erneuter Nichtversetzung wechselt der Schüler vom Bildungsgang des Gymnasiums in den Bildungsgang der Realschule, bzw. vom Bildungsgang der Realschule in den Bildungsgang der Hauptschule. Über die Einstufung entscheidet die Klassenkonferenz.

8.2 Hat der Schüler die Gründe für die erneuten Leistungsausfälle bei Wiederholung einer Jahrgangsstufe oder der folgenden nicht selbst zu vertreten, kann die Versetzungskonferenz sein Verbleiben in der betreffenden Schulform beschließen.

8.3 Auf Antrag der Erziehungsberechtigten und nach Entscheidung des Schulleiters kann ein Schüler in der Sekundarstufe I eine Jahrgangsstufe einmal freiwillig wiederholen. Der schriftliche Antrag muss spätestens eine Woche nach Ausgabe des Zeugnisses beim Schulleiter vorliegen. Eine bereits getroffene Versetzungsentscheidung wird davon nicht berührt.


Überspringen

Im Einvernehmen mit den Erziehungsberechtigten kann ein Schüler, der in der bisherigen Klasse nicht mehr angemessen gefördert werden kann und aufgrund seiner Leistungen am Unterricht der nächsthöheren Klasse mit Erfolg teilzunehmen in der Lage ist, auf Beschluss der Versetzungskonferenz vorversetzt werden. Ausgenommen sind in der Regel Aufnahme- und Abschlussklassen der jeweiligen Schulform.


Schlussbestimmung

Diese Versetzungsordnung wurde durch Beschluss des Schulträgers vom 15.05.2013 in Kraft gesetzt.


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